"Its about how we organize ourself ..." 

 

 

Die Strukturelle Integration ist eine Methodik, die sich mit der Organisierung des Körpers an sich, seinen "Körperteilen" und seiner Interaktion mit der  Umwelt beschäftigt. Das oberste Ziel des Körpers ist Effizienz, um die Energie im Körper so ökonomisch wie möglich zu nutzen. Alles in relativer Bewegung zueinander. Frei fließend, dennoch kraftvoll und stabil. Wo Bewegung ist, da ist Flüssigkeit, da ist kaum Reibung. Wo hingegen Bewegung staut oder festhängt dort ensteht Zug oder Druck und über längere Zeit Einseitigkeit. 

 Über spezifisch individuell angepasste manuelle Techniken, sowie gezielte Bewegungen wird das Muskel- Fasziensystem so behandelt, dass der Körper die Möglichkeit hat sich wieder auszurichten, seine eigene Mittellinie zu finden und sich ihr zu nähern. Mehr Aufrichtung, weniger Kompression, weniger Einseitigkeit, mehr Bewegungsfreiheit, mehr Bewegungspotential, mehr Effizienz. 

 

 Faszien in all ihren unterschiedlichen Formen, bilden ein alles durchdringendes Netzwerk aus Fasern, die den Körper umhüllen und durchziehen. Mal mehr, mal weniger elastisch. Mal besser, mal schlechter hydriert. Dieses Netzwerk unterstützt und stabilisiert. Es gibt uns Form und Flexibilität, sowie Effizienz. Es lässt uns reibungslos bewegen. Auch ist es Teil unseres Immunsystems und hilft beim Austausch von lebenswichtigen Elementen. Faszien übertragen nicht nur Spannungen sondern auch Informationen. Diese werden sehr schnell durch den ganzen Körper geleitet, chemisch wie mechanisch und tragen zur Koordination und Stabilisierung des Körpers bei.

 


"Faszien sind viel mehr als ein Ansammlung wabbeliger Gummibänder. Es ist ein kompliziertes Netzwerk aus Beobachtungs- und Meldeaussenposten. Alle sammeln eingehende Informationen und übermitteln sie dem Gehirn. Faszien sind so reich an sensorischen Input wie die Zunge oder gar die Augen. Wahrscheinlich sogar noch mehr, da sie Informationen von überall herbekommen."

Dr R. Schleipp

Wir alle sind geprägt und geformt durch unsere Ideale, Vorbilder, Familien und Angewohnheiten, sowie durch tägliche Muster wie Arbeit und Hobbys. Die Summe daraus macht jeden von uns - was den Körper betrifft - einzigartig in seinem Bewegungsverhalten. Das Leben und wir selbst formen uns, bewusst oder unbewusst. Er verändert sich aufgrund der Reize die gesetzt werden. Manche Muster sind sinnvoll und unterstützen das höhere Ziel von Ordnung und Ausgeglichenheit, andere wiederum verstärken unsere Einseitigkeit und schreiben sich nur noch tiefer in uns fest. Frei nach dem Prinzip "Use it or loose it" . Wenn irgendetwas im Körper weniger bewegt wird, muss sich etwas anderes mehr bewegen! Dazu kommt noch, dass unser Körper auch noch jeden Tag gegen die Schwerkraft ankämpfen muss. Je nach dem wie der Körper in sich sortiert und aktiviert ist, kann er besser oder schlechter mit diesen Kräften umgehen, sie effizient nutzen, weiterleiten und Schmerz und Verschleiß vorbeugen. Genau dabei unterstützt die Strukturelle Integration den Körper.  Platz schaffen um sich besser entfalten zu können!

copyright A.Clusen

Es sind immer zwei Seiten der Medaille: die Manuelle Behandlung des Gewebes in Relation zu seiner Funktion und die anschließende Aktivierung des dysfunktionalen Gewebes um das Ergebnis so lange wie möglich zu halten. Im Prinzip ein neues Zuhause im Körper finden. Umso besser die Bewegung und sinnvoller die Bewegungsmuster sind, desto nachhaltiger und deutlicher sind die Erfolge.  Die Schönheit dieses Prozesses zeigt sich in der Entfaltung des individuell menschlichen Potenzials, körperlich wie auch mental.

 

Um auch diesem Prozess selbst eine gewisse Ordnung zu geben hat Frau Dr. Ida Rolf die 10er Serie entwickelt. Die sich in der Regel über einen Zeitraum von ca. 20 bis 25 Wochen erstreckt und sich in jeder Sitzung einem anderem Teil des Körpers widmet! Angefangen bei der Atmung und den Beinen bis hin zur Koordination von langkettigen Bewegungsmustern. Ein Ordnen der Schichten von Außen nach Innen.

 

"Strukturelle Integration ist manchmal so, wie morgens das Bett machen. Man denkt, das geht schon ohne das ganze Bett auseinander nehmen zu müssen. Man zieht hier und da am Laken. Wenn man dann aber alle Decken aufgebauscht hat, hat man neue Falten die durchs Bett verlaufen. Also muss man noch ein Lage ein Lage tiefer gehen und dort alles neu ordnen und dann erst obendrauf das Bett machen. Dann hat man ein gemachtes Bett. Nun, mit dem Körper ist das genauso: man muss tiefer liegende Schichten ordnen"

Ida Rolf